Historisches Sachsen
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Beschreibung
Die kleine Stadt Radeberg 16 km nordöstlich von Dresden ist wohl im 14. Jahrhundert im Anschluss an die östlich gelegene Burg angelegt worden. Unter dem Schloss Klippenstein befand sich auf dem Felsen über der Talaue eine frühdeutsche Wehranlage, die ein Graben vom Hinterland abschnitt. Mit der Besiedlung der Gegend um Radeberg wurde vor oder um 1200 diese Wehranlage angelegt, die als Kombination von Höhenburg und Wasserburg auf einer Felsklippe über der Röder aus einem herrschaftlichen Wohnturm und einem Bergfried bestand.
Kurz nach der Errichtung der frühen Burg umfasste man diese im 13./14. Jahrhundert zum Schutz mit einer zusätzlichen äußeren Wehrmauer und Verteidigungstürmen. Der auf der Ostseite gelegene Turm ist bis heute erhalten geblieben. Ursprünglich diente er zur Verteidigung des hinteren Eingangs und des Aufgangs zur Hauptburg. Aber schon im 17. Jahrhundert wurde der Turm als "Eulenstein" bezeichnet, was auf eine überwiegende Ungenutztheit hindeutet. Ab 1715 diente der Eulenturm als Arrest. Auf Grund statischer Probleme musste 1860 gar eines der ursprünglich drei Geschosse abgetragen werden.
1233 erschien ein Thimo von Radeberch als Lehnsmann des Burggrafen von Meißen. Die erste urkundliche Erwähnung der Burg stammt aus dem Jahre 1289. In diesem Jahr trat Radeberg als verlehnte landesherrliche Burg hervor. Im 14. Jahrhundert diente die Burg als Sitz eines markgräflichen Vogtes. Das Amt Radeberg verwaltete die neu gegründeten Dörfer, doch schon bald fielen Amt und Burg Radeberg in die Bedeutungslosigkeit. Teile des Gebietes schlug man dem Amt Dresden zu. Erst als Herzog Moritz von Sachsen zwischen 1543 und 1546 durch Hans von Dehn-Rothfelser das Schloss im Renaissancestil umbauen ließ, begann ein besonderer Abschnitt in der Geschichte des Bauwerks.
Unter Verwendung der erhaltenen mittelalterlichen Teile entstand eine Dreiflügelanlage, die sich um einen bescheidenen dreieckigen Hof gruppierte. Die Hauptburg bekam eine einheitliche Fassadengestaltung mit Doppelfenstern und ein Dach mit markanten Zwerchhäusern. Im Inneren entstanden Raumfluchten mit Sandsteinportalen, Gewölben und bemalten Holzbalkendecken.
Eine am Fuß von Felsklippen erbaute Vorburg diente ursprünglich als Pferdestall, Wohnung, Torwärter, zur Lagerung von Getreide und der Erträge des Hofgutes. Das eigentliche Schloss erhebt sich 8 m über dem Hof der Vorburg. Eine Besonderheit stellte die Fürstenreittreppe dar, über die man bequem zu Pferd vom unteren Schlosshof zur höher gelegenen Hauptburg reiten konnte. Sie war als repräsentativer Zugang jedoch in erster Linie der kurfürstlichen Familie und ihrer Gäste vorbehalten. Die Burgmannschaft musste sich mit dem rückwärtigen Nebeneingang begnügen, der an Stelle des alten Burgtores auf der Nordseite lag.
1590 befand sich das Schloss Klippenstein auf dem Höhepunkt seiner Entfaltung. Mit dem Ausbau zum Jagdschloss sollte Klippenstein nicht nur dem Herzog Moritz als Jagdaufenthalt dienen, sondern auch durch seine Lage zu Böhmen als strategisch wichtiger Ort modern befestigt sein. Leider ist von der einst prächtigen Architektur nicht mehr viel erhalten geblieben.
Mit der Abtretung der Oberlausitz an Sachsen im Jahre 1635 verlor Klippenstein seine Bedeutung als Grenzbefestigung zur böhmischen Oberlausitz. Andere, für festliche Anlässe und Jagden besser geeignete Schlösser traten in den Vordergrund und ließen Klippenstein in Vergessenheit geraten. Nach dem Dreißigjährigen Krieg diente es nur noch als wettinisches Verwaltungszentrum.
Das Schloss Klippenstein, 1628 von Ezechiel Eckhardt restauriert, bekam sein heutiges Aussehen 1772 durch Umbauarbeiten, bei denen das oberste Geschoss mit allen Ausbauten - einschließlich der Renaissancegiebel - verschwand. Von den einst zehn Giebeln ist nur der ursprünglich am Nordflügel befindliche noch in Teilen erhalten. Er wurde in den Verbindungsbau zum ehemaligen Wohnturm integriert. Schon 1715 musste der Bergfried wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. Die Schlossanlage hatte ihre repräsentative Bedeutung als Jagdschloss des kurfürstlichen Hofes verloren, es diente nur noch als Amtsschloss. 1856 wurde das Schloss zum Gerichtsamt. Seine Ausstattung orientierte sich vorrangig an den Bedürfnissen der Hofbeamten. Das Gericht blieb bis 1952 bestehen. Seit 1953 befindet sich in den Räumen des Schlosses das Heimatmuseum. Es besitzt eine reiche Sammlung guter Handwerkskunst und wertvoller Zunftaltertümer.
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Schloss Klippenstein
Eulenturm
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Stand: 01.11.2009