Historisches Sachsen
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Beschreibung
Malerisch im Müglitztal gelegen, drängt sich der mittelalterliche Stadtkern von Liebstadt. Anziehungspunkt des Ortes ist das unter dem Burggrafen von Dohna um 1200 am Berghang erbaute Schloss Kuckuckstein, das seit 1791 so bezeichnet wird und das Landschaftsbild prägt.
Schon seit dem frühen Mittelalter existierten Pässe vom Elbtal über die Höhen des Osterzgebirges hinab in den Teplitzer Raum. Einer führte durch das Tal der Seidewitz über Liebstadt. Die Feste Liebstadt sollte den Weg von Reisenden und Händlern gegen Räuber und Raubritter absichern.
Über die Anfänge der Burg gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Die Annahme, dass die Burg um 930 unter Heinrich I. als Grenzfeste entstanden sein könnte ist ebenso strittig, wie die Aussage, dass ein Wettiner 1269 in Liebstadt als "Friedrich III." urkundete. Wahrscheinlich hingegen ist die Errichtung einer einfachen Wehranlage Anfang des 13. Jahrhunderts zum Schutz der "Alten Teplitzer Straße" vom Elbtal nach Böhmen. Als Erbauer können die in diesem Gebiet mächtigen Donins angenommen werden, denn in einer Urkunde des Jahres 1286 verpflichten sie sich, Liebstadt nicht von der Krone Böhmens, sondern vom Bischof zu Meißen zu Lehen zu nehmen. Die Burggrafen von Dohna waren zu dieser Zeit bereits so mächtig geworden, dass sie sich selbst um ihren Landesherrn nicht kümmern mussten.
Die Anlage, die bis zur Dohnaischen Fehde 1402 im Besitz der Burggrafen von Dohna war, wurde nach Zerstörungen 1402 und 1426 bis 1429 im 15. und 16. Jahrhundert wieder aufgebaut. Überdauert haben vom Altbau die Kellergewölbe und der mächtige Wohnturm, der seine beherrschende Stellung auch bei den vielen Umbauten behaupten konnte.
Burg und Städtchen gelangten im 15. Jahrhundert in die Hände derer von Bünau, die bis 1655 in Liebstadt ansässig waren. Die Bünaus besaßen neben den Herrschaften Weesenstein, Lauenstein und Liebstadt auch bedeutende Gebiete in Nordböhmen und beeinflussten vom 15. bis zum 18. Jahrhundert entscheidend die Entwicklung dieses Landstrichs.
Ihnen folgten Angehörige verschiedener - zum Teil auch bürgerlicher - Familien. 1774 erwarb die Familie von Carlowitz für 150 Jahre die Burg, die sich seit dem Ende des 18. Jahrhunderts "Schloss Kuckuckstein" nennt. Hans Georg und Carl Adolf von Carlowitz gestalteten die Burg 1798-1851 weitgehend um.
Um 1800 wurde die Anlage zunächst im romantischen Stil als Burg ergänzt, dann - in den Besitz eines Industriellen geraten - zu einer Art Märchenburg umgebaut. 1945 ging das Anwesen in Volkseigentum über. Es erfuhr verschiedene Nutzungen, bis 1954 in den Mauern ein Heimatmuseum eröffnete.
In der im Wesentlichen spätgotischen Burganlage warten u.a. ein Rittersaal und das Jagdzimmer auf Besucher. Das Napoleon-Zimmer hat seinen Namen dem Aufenthalt des berühmten Franzosen am 9. September 1813 zu verdanken.
Die um 1800 eingerichtete Freimaurerloge des einstigen Schlossbesitzers Carlowitz informiert über die Bewegung der Freimaurer, der nur Männer angehören durften und deren Ziele humanes Verhalten und Toleranz bestimmten.
Vergleicht man das Schloss Kuckuckstein mit anderen sächsischen Schlösser und Burgen, so gehört Kuckuckstein zu den kleinsten Anlagen im sächsischen Raum. Die Breite der Schlossanlage beträgt insgesamt gerade 41,5 m. Dennoch sind in den Kellern beeindruckende Mauerstärken von 2,50 m bis 3,50 m vorhanden.
Wahrzeichen von Liebstadt ist das Kleeblattwappen, das 1774 erschien, als die Familie von Carlowitz die Herrschaft übernahm. Dieses Zeichen der weitverbreiteten Familie ist noch heute in vielen Orten der sächsischen Landschaft zu finden.
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Bildergalerie
Schloss Kuckuckstein
Großer Burghof
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Stand: 01.11.2009