Historisches Sachsen
Das Portal für die Schlösser, Burgen und historischen Ruinen im Freistaat Sachsen
Freistaat SachsenSchlösser & BurgenTagestourenLengefeld   
Das 3.200 Einwohner zählende Erzgebirgsstädtchen Lengefeld liegt idyllisch an einem Höhenzug des Flöhatales. Es erstreckt sich auf fünf Kilometer Länge vom tiefsten Punkt, dem Ortsteil Rauenstein mit 373 Meter über NN, bis zum höchsten Punkt, dem Adlerstein mit 688 Meter über NN. Zur Verwaltungsgemeinschaft Lengefeld gehören seit 1999 die Ortsteile Wünschendorf, Reifland und Lippersdorf.
Der Ursprung des Ortes führt zurück auf einen ehemaligen Herrensitz, dem Schloss Rauenstein, welcher im Jahre 1323 erstmals urkundlich erwähnt wurde und als Burg einen Flöhaübergang schützte. Das Schloss ist teilweise in Fachwerkbauweise errichtet. Der älteste sächsische Straßentunnel führt unter dem Schlosshof entlang.
Die Geschichte Lengefelds beginnt im 14. Jahrhundert mit der Gründung des Dorfes um 1330. Eine urkundliche Erwähnung der Gründung existiert jedoch nicht. Erstmals wurde Lengefeld 1360 und 1369 genannt. Im Jahre 1522 gründeten die Herren von Güntherode auf Rauenstein mitten im Bauerndorf Lengefeld die Bergstadt gleichen Namens. Das Dorf Lengefeld wurde aber erst 1835 in die Stadt Lengefeld eingemeindet, was in Sachsen eine Einmaligkeit darstellt.
Anfang des 16. Jahrhunderts schürfte man in der Umgebung nach Silber, tatsächlich fand man aber bereits 1538 Kalk, dessen Förderung und Bearbeitung für die Stadt bestimmend war. Mitte des 16. Jahrhunderts erhielt Lengefeld das Stadtrecht. Da der erhoffte große Bergsegen aber ausblieb, wurden bei der Anlegung der Stadt nur der große quadratische Marktplatz, der heute mit einer kleinen Parkanlage das Ortszentrum bildet, und die Anfänge der Straßen bebaut.
1680 herrschte in Lengefeld eine schreckliche Pest, der zahlreiche Bürger zum Opfer fielen. Viele Kranke erlagen dem Hunger, weil sich die Gesunden scheuten, ihnen Lebensmittel zu bringen.
Die Symbole Schlegel und Eisen im Stadtwappen von Lengefeld deuten auf eine lange Tradition als Bergstadt hin. Und auch noch heute wird in Lengefeld Kalkstein abgebaut. Das Technische Museum Kalkwerk gehört zu den ältesten und besterhaltendsten Produktionsstätten dieser Art in Mitteleuropa. 1549 wurde es erstmals erwähnt. Seit über 450 Jahren wird hier ohne wesentliche Unterbrechung dolomitischer Kalkstein abgebaut. In den feuchten Stollen hatte die Nationalsozialisten am Ende des 2. Weltkrieges über 170 wertvolle Gemälde der Dresdner Galerie "Alter Meister" ausgelagert. Von hieraus wurden sie als Siegerbeute in die Sowjetunion gebracht, kehrten aber 1956 fast alle zurück.
Vier 1975 stillgelegte Brennöfen aus dem vorigen Jahrhundert, die Kalkmühle, sowie die Waschkaue wurden zur technischen Schauanlage. Im Museum kann man sich über das Brennen von Rohkalkstein in Brennöfen sowie über die Arbeits- und Lebensbedingungen der Kalkwerker informieren. Alljährlich findet am ersten Juliwochenende das traditionelle Kalkofenfest statt.
Sehenswert ist die Kirche, die in den Jahren 1725-29 unter Verwendung älterer Teile erneuert wurde. G. A. Poenicke schrieb Mitte des 19. Jahrhunderts in seinem Buch "Album der Schlösser und Rittergüter im Königreiche Sachsen": "Die Kirche zu Lengefeld ist ein hübsches freundliches Gebäude, das in den Jahren 1725 bis 1729 einen Umbau erfuhr, der einem Neubau glich, wozu der damalige Herr auf Rauenstein, Oberflossaufseher und Kriegscommissair Carl Christoph von Römer, 8000 Thaler, hundert Stämme Holz und den Kalk schenkte, seine Gemahlin aber Kanzel und Altar auf ihre Kosten herstellen liess. Die Orgel der Kirche, ein Werk Hildebrands, eines Schülers der berühmten Silbermann, hat zwei Manuale und zweiundzwanzig klingende Stimmen".
Unsere schöne Umgebung bietet zu jeder Jahreszeit viele Möglichkeiten zur Erholung und Freizeitgestaltung. Besonders reizvoll sind Wanderungen um die drei Talsperren. Obere und Untere Neunzehnhainer Talsperre (1905-08 und 1911-14) sowie die Saidenbachtalsperre (1929-33) wurden für die Trinkwasserversorgung der Stadt Chemnitz angelegt.

Kommen Sie zu uns und schauen Sie doch selbst einmal! Meine Nachbarin, Frau Becker, wird Ihnen gern Ihre Ferienwohnung vermieten.
Flyer-Vorderseite (529 kb)  /  Flyer-Rückseite (323 kb)
E-Mail
Historisches Sachsen - Das Portal für die Schlösser, Burgen und historischen Ruinen im Freistaat Sachsen - © by Heyko Dehn - www.heykodehn.de

 
Bildergalerie
Schloss Rauenstein
Weihnachtsstimmung auf dem Markt
Kalkwerk
Staumauer der Saidenbachtalsperre
www.heykodehn.de
Stand: 02.08.2008