Historisches Sachsen
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Beschreibung
Leubnitz an der alten Straße von Plauen nach Schleiz ist umgeben von Teichen und wassereichen Wiesengründen. Bereits vor über einhundert Jahren priesen Besucher den südlich des Schlosses um 1890 angelegten Garten mit seinen "zwei Häusern für exotische Pflanzen". Auch heute noch ist der historische Landschaftspark Elmbachtal eine der sehenswertesten Parkanlagen im sächsischen Vogtland. Der 12,6 Hektar große gepflegte Schlosspark mit zwei Teichen und altem Baumbestand lädt zum Wandern und Verweilen ein. Überwiegend handelt es sich um einheimische Laubgehölze, wie Ahorn, Buche und Eiche. Zu finden sind aber auch die in den Alpen und Karpaten vorkommende europäische Lärche oder die amerikanische Roteiche.
Neben dem Park ist das 1794 neu errichtete Schloss, ein zweigeschossiger Rechteckbau mit feiner Pilastierung und klassizistischem "Weißen Saal", sehenswert. Der "Weiße Saal" diente hauptsächlich als Musiksaal, aber vermutlich auch für größere Empfänge und Feiern. Heute ist er Standesamt und Konzertsaal.
Als früheste Besitzer des Schlosses werden die Herren von Röder genannt, ein vormals im Vogtland reich begütertes Geschlecht. Von den Herren von Röder kam Leubnitz im 16. Jahrhundert an die Trützschler, welche das Gut Anfang des 17. Jahrhunderts an Wilhelm Melchior von Bodenhausen auf Mühltroff verkauften. Die Familie von Bodenhausen besaß bedeutende Güter und führte in Mühltroff einen fürstlichen Haushalt. Mit dem Tod von Otto Georg 1764 starb das Geschlecht jedoch aus und die Herrschaft Mühltroff mit Leubnitz kam durch Heirat von Ottonie Eleonore von Bodenhausen an Karl Erdmann von Kospoth, nachdem Leubnitz durch "Landesherrliche Gnade auch die Weiberlehn" empfangen hatte.
1763 beschädigte ein Brand das alte Herrenhaus. Da die damaligen Besitzer jedoch in Mühltroff wohnten, reparierten sie das Gebäude nur notdürftig. Erst als der Rittmeister Heinrich Wilhelm von Kospoth 1792 das Gut Leubnitz erbte und hier seine Wohnung nahm, ließ er das kleine Herrenhaus abbrechen und das jetzige Schloss im frühklassizistischen Stil erbauen. Das Gebäude über einer Talmulde wendet sich mit seinem Haupteingang dem Rittergutshof zu. Wappen und Monogramme über dem Portal erinnern an die Hochzeit des sächsischen Generalleutnants Sylvio von Kospoth und Angela von Schönberg im Jahre 1891.
Auf der Gartenseite werden die dreizehn gleichmäßig angeordnete Fensterachsen durch Lisenen voneinander getrennt. Der für viele sächsische Schlösser typische farbige Anstrich betont nochmals die Fassadengliederung und bildet einen reizvollen Kontrast zum Grün der Parkanlage.
Das Schloss betritt der Besucher durch eine mit Holztüren und Geweihen verzierte Eingangshalle, wegen ihrer roten Fußbodenfliesen auch als "Rote Halle" bezeichnet. Seitlich führt das Treppenhaus in die obere Etage. Die sich anschließende Diele konnte durch Schließen der Vorhänge zum Treppenaufgang und zu den Fluren auch als separater Raum genutzt werden. Zahlreiche Trophäen und ein Bleiglasfenster mit Jagdmotiven betonen die Verbindung zur Jagd und Natur.
Von der Diele gelangt man in den klassizistisch gestalteten und ca. 14 x 6 Meter großen "Weißen Saal". Farbige Wandfelder zeigen Musikinstrumente. An der Decke befinden sich zwei Blattsterne. Ziergehänge schaffen ein elegant wirkendes Ambiente. Die Wände sind mit Stuckmarmor überzogen. Beheizt wurde der Saal durch zwei in Ecknischen stehende weiße Öfen.
Das Gut war bis zur Bodenreform im Besitz der Familie von Kospoth. Nachdem diese das Schloss räumen musste, richtete man darin eine Schule und einen Kindergarten ein. Die Schule schloss 1998. Heute befinden sich im Schloss die Touristeninformation und die ständige Ausstellung "Natur und Jagd". Park und Schloss stehen als Ensemble unter Denkmalschutz.
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Bildergalerie
Schloss Leubnitz
"Weißer Saal"
Landschaftspark Elmbachtal
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Stand: 10.03.2013