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Liebau

Beschreibung


Unweit der Ortschaft Pöhl, im Ortsteil Liebau, nördlich von Plauen im Vogtland, liegt etwas abseits in einem kleinen Wald versteckt hoch oben auf einem Felsen über dem Tal der Weißen Elster die alte Burgruine Liebau. Die romantische Anlage ist schon seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Ausflugsziel von Besuchern der sogenannten "Vogtländischen Schweiz" und der nahen Talsperre Pöhl geworden.
Die überlieferte Geschichte setzt mit der ersten urkundlichen Erwähnung einer Burg Lubawe am 13. März 1327 ein, als Vogt Heinrich von Plauen seine Herrschaft und die Burg dem böhmischen König als Lehen antrug.


Burgruine Liebau

Die Burg besaß bereits einen Vorgänger, den wahrscheinlich schon vor 1200 die Grafen von Eberstein als die ersten Lehnsherren des Gebietes um Plauen zum Schutz ihres Territoriums an der Nordgrenze erbauen ließen. "Alt-Liebau" befand sich auf einem Felssporn etwa 500 m nördlich.
1357 tauschte der Plauener Vogt Heinrich der Ältere Liebau mit den Wettinern, da die Vögte nach dem verlorenen Vogtländischen Krieg ihren Besitz nicht halten konnten. Nachfolgende Besitzer blieben weitestgehend unbekannt, erst das Jahr 1441 nennt die Dölau urkundlich als Nutzer. Bis auf eine kurze Unterbrechung verblieb Liebau bis 1725 in der Hand dieser Familie.
Die Burg, die ihre ursprüngliche Funktion als Grenzbefestigung zwischenzeitlich längst verloren hatte, wurde zwischen 1500 und 1550 zu einem Schloss im Renaissancestil umgebaut. 1640 plünderten hier schwedische Söldner und steckten den Treppenturm in Brand, der aber bereits 1644 wieder aufgebaut war.
Letzter männlicher Besitzer der Burg war Gottlob Christian von Dölau auf Ruppertsgrün. Seine Frau Sophia Christina wohnte nach seinem Tode von 1720 bis zu ihrem eigenen Ableben 1725 in Liebau. Ihr folgte Johanna Charlotte von Beust, geb. von Dölau, die nur noch bis 1742 in dem unwirtlichen Schloss verblieb und dann in das nahe Rittergut umzog. Von da an verfiel die Anlage, und schon Ende des 18. Jahrhunderts bezeichnete man sie als Ruine.
Von der spätmittelalterlichen Steinburg sind keine eindeutigen Baureste mehr zu erkennen. Der Bergsporn über der Weißen Elster war einst durch Gräben in Abschnitte geteilt, die Platz für umfangreiche Befestigungen boten. Als heutige Ruinensubstanz finden wir an baulichen Überresten des schlossartigen Ausbaus nur noch Teile des Treppenturms und des Palas' sowie der Umfassungsmauer, die einst die gesamte Breite des dreieckigen Sporns ausnutzten.
Seit 1991 findet alljährlich am letzten Juniwochenende um die Ruine das Liebauer Ruinenfest statt.

Touristische Informationen


   08543 Pöhl / Liebau
 
Anfahrt  A 72 Ausfahrt Treuen, nördlich über Christgrün nach Ruppertsgrün fahren, dann nach Liebau fahren, 150 m hinter der Eisenbahnunterführung nach rechts in die Sackgasse abbiegen, dort parken, 300 m Fußweg, Hinweisschild beachten
Parken  kostenfreie Parkmöglichkeiten im Ortsbereich (200 m)
Koordinaten  50° 34' 05'' N
12° 09' 58'' O
Eintritt  Ruinenanlage ist frei zugänglich
Informationen  


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