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Mechelgrün

Beschreibung


Die kleine und unscheinbare Ortschaft Mechelgrün liegt an der Bundesstraße 169 auf halben Wege zwischen Plauen und Falkenstein. Im Zentrum des Ortes vermittelt eine stark beschädigte Burganlage noch in bescheidenem Maße einen Eindruck von ihrer einstigen Wehrhaftigkeit. Früher umgab die gesamte Anlage ein Wassergraben, der zum Wirtschaftshof hin bereits um 1850 zugeschüttet wurde. Auch von den einst an den vier Gebäudeecken stehenden mächtigen Flankierungstürmen ist nur noch einer teilweise erhalten.
Die Geschichte der Wasserburg Mechelgrün ist typisch für die vielen kleinen Rittersitze, die bei der Besiedlung des Vogtlandes und des Erzgebirges entstanden.


Wasserschlossruine Mechelgrün

Über die Gründungszeit der Burganlage liegen noch keine gesicherten Erkenntnisse vor. Vermutlich muss der durch die Heimatgeschichtsschreibung gegenwärtig um 1300 angenommene Baubeginn bereits einige Jahrzehnte in die Zeit der Kolonisation vorverlegt werden, denn durch eine Urkunde von 1267 ist bereits die Erwähnung eines Ortes "Mechtildegrüne" gesichert, also die Siedlung einer Edelfrau Mechthilde. An der Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert nennt sich - wie damals üblich - ein Ritter Johannes Rabe de Methildegrune nach seinem Wohnsitz. Diese angesehene vogtländische Adelsfamilie hatte den Besitz bis zum Ende des 15. Jahrhunderts inne. Doch die Rabes fielen in Ungnade und mussten ihren Besitz veräußern. Der Landesherr belehnte die mächtigen Ritter von Tettau mit Mechelgrün. Nach dem Tod von Wilhelm von Tettau 1524 teilte die Familie mehrfach ihren Besitz und minderte damit ihr herrschaftliches Gewicht. Zeitweilig existierten zwei Rittergüter, die erst 1800 durch die Familie Uibrig wieder vereint werden konnten.
In die sächsische Geschichte eingegangen ist Mechelgrün auch durch die "Trützschlersche Bluthochzeit". Bei der Vermählung einer Tochter des Schlossherrn von Mechelgrün im Jahre 1544 entbrannte ein Streit in der Hochzeitsgesellschaft, der mit sieben Toten endete. Mehrere überlebende mussten sich vor Gericht verantworten, kamen aber mit Freisprüchen oder kurzen Gefängnisstrafen davon.
Die Errichtung des Wasserschlosses Mechelgrün erfolgte in mehreren Bauphasen. Einem Turmbau - wohl um 1200 - folgte bald ein Ausbau. Ein Wassergraben umgab die Anlage. Markant waren die Änderungen des 17. Jahrhunderts. 1670 zerstörte ein Brand die Gebäude der alten Wasserburg bis auf die Grundmauern. Zum Teil auf alten Fundamenten errichteten die Tettaus eine dreigeschossige Schlossanlage mit Walmdach. In der Mitte des 19. Jahrhundert erfuhr die nördliche Schlosshälfte eine weitere Umgestaltung, bei der zwei Rundtürme beseitigt und der Wassergraben teilweise verfüllt wurde. Den dabei angefügte Nordostbau trug man 1946 wegen Baufälligkeit wieder ab. Trotz eingeleiteter Sicherungsmaßnahmen verschlechterte sich der Zustand der Gebäude weiter. Seit 1960 steht das Wasserschloss nur noch ruinös dar.

Touristische Informationen


   08541 Mechelgrün, Raumweg
 
Anfahrt  A 72 Ausfahrt Plauen-Ost, der B 173 etwa 1 km, dann der B 169 etwa 2 km folgen, in Mechelgrün am Sportplatz nach rechts in die Theumaer Straße und dann links in den Raumweg abbiegen, zu den Teichen fahren
Parken  kostenfreie Parkmöglichkeiten an der Ruine
Koordinaten  50° 28' 50'' N
12° 14' 15'' O
Eintritt  Ruinenanlage ist frei zugänglich
Informationen  


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