Beschreibung
Zwischen dem ehemaligen Fischerdorf Rathen an der Elbe und dem Aussichtspunkt der Bastei, von der man einen weiten Blick über das geschwungene, 200 Meter tiefer liegende Elbetal hat, liegt die Felsenburg Neurathen. Die vermutlich im frühen 13. Jahrhundert von böhmischen Rittern in mühevoller Arbeit mit Schlegel und Eisen angelegte Naturfestung trug Bauten aus Holz und Fachwerk, die leider nicht mehr erhalten sind. Das Burggelände mit seinen über bis zu 60 Meter tiefe Felsklüfte führende Stege konnte in den Jahren 1982-84 durch den aktiven Einsatz Sebnitzer Bergsteiger rekonstruiert werden und ist seitdem der Öffentlichkeit zugänglich.
Forschungen und Grabungen in den Jahren 1933/34 enthüllten das Bild einer bedeutenden Befestigungsanlage des Mittelalters. Ein etwa 150 m langer Wehrgang und eine große Steinschleuder sind besonders beeindruckend. Von dieser Höhenburg, die bis 1469 bestanden hatte, genießt man einen herrlichen Ausblick auf die Sächsische Schweiz.
Die Felsenburg Neurathen ist fest verbunden mit der Burg Altrathen an der Elbe. Das Verteidigungssystem dieser Doppelburgen erstreckte sich über 700 Meter. Beide Burgen tauchten erstmals gemeinsam 1361 in einer Urkunde des Kaisers Karl IV. als Besitz des Peter von Michelsberg auf. Doch die Baugeschichte der Felsenburg Neurathen begann bereits im 13. Jahrhundert. Ihr Kernbereich ist heute über eiserne Stege zugänglich, die einst den hölzernen Wehrgang für eine hohe Mobilität der Burgbesatzung markierten. Es ist kaum vorstellbar, dass sich hier über 10 in den Fels geschlagene Burgräume und mehrere Übertagebauten befanden, die einer 20köpfigen Besatzung Unterkunft boten. Die Wasserversorgung sicherte eine Zisterne. Der westliche Zugang der Felsenburg war wie heute am Neurathener Felsentor.
Durch das Neurathener Felsentor führt der Weg über die 76 Meter lange und drei Meter breite Basteibrücke zum Basteiplateau. Bereits 1826 gab es dort eine hölzerner Brücke; sie wurde 1851 durch die Sandsteinbrücke ersetzt.
Um die Burgen Altrathen und Neurathen herum führen zahlreiche sehenswerte Wanderwege. Einer der schönsten verbindet vom Basteiparkplatz kommend die beiden Burgen zu einem interessanten Rundweg. Unterwegs passiert man die sogenannten Schwedenlöcher und den Amselsee.
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