Historisches Sachsen
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Beschreibung
Das "Schloss an der Pleiße", wie der Vorgängerbau des Neuen Rathauses in den Bauakten des 16. Jahrhunderts genannt wurde, ist der letzte Rest einer ehemals drei Burgen umfassenden Befestigung der Stadt, die vom Westen her bereits durch die alte Leipziger Burg und von Osten durch die 1180 erbaute markgräfliche Burg des Stadtvogtes gesichert war.
Wer sich von Süd-Westen dem Stadtzentrum Leipzigs nähert, trifft unvermittelt auf die Krone der Stadt: das Neue Rathaus. Der 1899-1905 durch Hugo Licht errichtete Bau ersetzte die 1897 abgebrochene Pleißenburg aus dem 13. bis 16. Jahrhundert. Von der ehemaligen Zwingburg blieb nur der Turm erhalten, den man auf über 100 Meter erhöhte. Um den Turm platzieren sich vielfältig gegliederte Gebäudegruppen. Hugo Licht, Leipzigs führender Architekt, vollbrachte hier seine reifste Leistung. Das Neue Rathaus aus mainfränkischem Muschelkalk beinhaltet Elemente der Renaissance, des Barocks und des Jugendstils. Zum Hauptportal des Neuen Rathauses führt eine Freitreppe, flankiert von zwei auf Pfeilern sitzenden Löwen.
Die Pleißenburg entstand ab 1217 unter Markgraf Dietrich den Bedrängten. Der stets auf den Ausbau seiner Landesherrschaft bedachte Wettiner reagierte damit auf die Aufstände der Leipziger Bürger und vervollständigte mit einer weiteren Burg die Umklammerung der Stadt. Während alle anderen Anlagen noch in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts aufgegeben wurden, baute man die Pleißenburg zur landesherrlichen Stadtburg und zum Sitz eines Vogtes aus. Dabei bezog man sie in die neue Stadtmauer ein.
Mit dem Schloss stehen eine Reihe geschichtlicher Gegebenheiten in Verbindung. "Hier wurden mehrere wichtige Landtage gehalten. … Hier vermählte sich die Schwester Ludwig IV. von Thüringen mit Peppo von Henneberg, hier theilte dessen Sohn Heinrich der Erlauchte seine Länder und hier erfolgte im Jahre 1485 auch die Theilung der von Kurfürst Ernst und dem Herzog Albrecht ererbten Besitzungen.
Hier hielten vom 28. Juni bis 16. Juli 1519 in der sogenannten grossen Hofstube Dr. Luther und Karlstadt mit dem Dr. Eck jene bedeutende und die Begründung der evangelischen Lehre wirksam befördernde Disputation, welche statt Luthern, wie es sein Gegner verkündet hatte, zum Schweigen zu bringen, die Wahrheit seiner Lehrsätze nur um desto siegreicher bewährte. Hier predigte Luther im Jahre 1519 vor seinen eifrigsten Widersachern dem Herzog Georg dem Bärtigen und zwanzig Jahre später vor einem seinen innigsten Verehrer und Freunde, dem Herzog Heinrich dem Frommen."
Im Schmalkaldischen Krieg belagerte Kurfürst Johann Friedrich 1547 Leipzig und beschädigte die Pleißenburg schwer. Mit dem Wiederaufbau beauftragte man den Leipziger Baumeister und Ratsherr Hieronymus Lotter, der auch die Augustusburg errichtete. Es entstand ein Festungsbau mit einem dreieckigen Grundriss. An der südwestlichen Ecke befand sich der 52 Meter hohe Turm.
In den folgenden Jahren nahmen verschiedene Feldherren Einfluss auf den Ausbau und die Instandhaltung der Anlage, bis diese schließlich Mitte des 18. Jahrhunderts ihre Bestimmung als Festung verlor und zunehmend zivilen Nutzungszwecken zugeführt wurde. So richtete man 1787 eine Sternwarte im Schlossturm ein und nutzte die Gebäude durch die Kunstakademie und die Universität. Mit dem Ankauf des Grundstücks durch die Stadt Leipzig 1895 stand dem Abbruch und dem Neubau des Neuen Rathauses nichts mehr im Wege.
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Neues Rathaus
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Stand: 01.11.2009