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Püchau Beschreibung Das Schloss Püchau zwischen Wurzen und Eilenburg ist anders als viele andere Schlösser in Sachsen. Türme und Balustraden prägen sein einmaliges Antlitz. In Püchau befindet sich auf einem steilwandigen Vorsprung am Rande der Muldeaue einer der bedeutendsten historischen Schlossbauten der Leipziger Umgebung. Der Bergsporn zog schon seit ältester Zeit Befestigungen an. So bestand hier bereits 924 ein Burgward, auf dem König Heinrich I. vor ungarischen Reitern Zuflucht fand. Damit ist "Bichni" älter als Meißen.
Schloss Püchau 1040 bestätigte Kaiser Heinrich III. dem Bistum Meißen den Besitz der Burg Püchau. Im Zuge der Verwirklichung der bischöflich-meißnischen Landesherrschaft blieb die Burg bis zur Reformation neben der Burg Wurzen ein militärischer Stützpunkt der Bischöfe. Mit ihrer Eingliederung in das sächsische Territorium verlor sie jedoch ihre militärische Bedeutung und wurde zum Schloss umgebaut.Das Schloss fällt auf durch seine Größe und der in Sachsen unüblichen Windsorarchitektur. Die ältesten Teile des Schlosses befinden sich in den beiden unteren Bereichen des Ost- und Südflügels und gehen in die Zeit der Renaissance zurück. Im Erdgeschoss gibt es noch immer Räume mit Balkendecken aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Nachdem Püchau 1667 durch Heirat in den Besitz der Grafen von Bünau kam, blieb das Schloss durch die Erbfolge in der Hand einer Familie. Der Übergang des Schlosses an die Familie von Hohenthal erfolgte lediglich durch das Fehlen eines männlichen Erbens. Die Familie von Hohenthal stammt vom Leipziger Handelsherrn Peter Hohmann ab, den der Kaiser 1717 in Wien adelte. Seine Nachfahren erhielten 1790 auch noch den Grafentitel. Püchau gehörte bis 1945 den Grafen von Hohenthal, die mit 14 Rittergütern zu den größten Grundbesitzern Sachsens zählten.
Schlosspark Das Schloss erfuhr Anfang des 19. Jahrhunderts eine umfassende Neugestaltung, bei der man ihm wieder einen ausgeprägten burgenartigen Charakter gab. 1875-88 veränderte Constantin Lipsius das Schloss nochmals im Stil der Neogotik.Leider ist Schloss Püchau stark sanierungsbedürftig. Dennoch lohnt es, das Schloss mit seiner prunkvollen Fassade und zahlreichen Türmen zu besuchen. Im Innern laden der Bilder-, Marmor- und der Wappensaal zu einer Besichtigung ein. Verschiedene Räume können für Feierlichkeiten gemietet werden. Darüber hinaus bietet der zu Füßen des Schlosses gelegene und malerisch in die Muldeaue eingebettete Schlosspark umfangreiche Möglichkeiten zur Erholung. Ursprünglich existierte neben den Ziergärten auf der Schlossterrasse ein barocker Lustgarten. In den Jahren 1833 bis 1835 wurde die Anlage nach Nordwesten hin beträchtlich erweitert und als englischer Park angelegt. Als Vorbild dienten damals die Anlagen in Muskau, Wörlitz und Weimar. Nach einem Schriftwechsel des Grafen Carl Friedrich Anton von Hohenthal mit dem Muskauer Garteninspektor Rehder zog der Schlossher einen Gärtner der Muskauer Schule zur Gestaltung des Landschaftsparks hinzu. In der Wirkungszeit des Gärtners Döring nahm man viele gestalterische Veränderungen, wie das Trockenlegen der Sümpfe, vor. Zu Umgestaltungen und umfangreichen Pflanzarbeiten kam es in den Jahren 1867 bis 1869 unter der Leitung des Schlossgärtners Hetzinger. Der Park hat zu dieser Zeit im Wesentlichen seine heutige Gestalt erhalten. Auch der heute noch erhaltene Bestand an exotischen Gehölzen, wie Gurkenmagnolie, Trompetenbaum, Tulpenbaum und zahlreiche Rhododendren stammen aus dieser Zeit. Touristische Informationen
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