Beschreibung
Die Wehranlage auf einem 50 m hohen Felssporn am linken Muldeufer 20 Kilometer nordwestlich von Chemnitz gehört zu den bedeutendsten Adelssitzen Sachsens. Um 1170 errichtet, wird als erster bekannter Burgherr und Erbauer der Burg Guntheros de Rochsberg angenommen. Als dieser starb, erbten die Burggrafen von Altenburg Burg und Herrschaft.
Nach mehrmaligen Besitzerwechseln wurden Burg und Herrschaft Rochsburg 1458 als kurfürstlich-sächsisches Amt in den sächsischen Territorialstaat eingegliedert. Die Wettiner verpfändeten 1470 das Amt an ihren Oberhofmarschall und ersten Minister Hugold von Schleinitz. Damit begann unter Arnold von Westfalen der Umbau zu einem spätgotischen Wohnschloss.
Die Burg gelangte 1548 nach einem Brand in die Hände der mächtigen Schönburger Grafen und war durch sie bis 1900 bewohnt. Beschädigt durch einen Brand von 1582 erfolgte in den Jahren 1592-96 die Bauphase, in der die Rochsburg ihr heutiges Aussehen im Stil der Spätgotik-Renaissance erlangte. Nach der Bodenreform übernahm das Land Sachsen die Verwaltung.
Die Rochsburg gehört zu den wenigen sächsischen Burgen, die noch etwas von ihrem mittelalterlichen Charakter behalten haben. Bereits die Uranlage aus dem 12. Jahrhundert war eine zweiteilige Burg, bei der sich die niedrige Vorburg markant von der höher angelegten Kernburg absetzte. Aus dieser Zeit hat sich jedoch nur der 32 m hohe Bergfried erhalten. Eine spätere Zugabe, am barocken Stil erkennbar, ist sein Helm. Ursprünglich war der Bergfried frei stehend. Die wenigen anderen Burgbauten, die einst um den Kernturm angeordnet waren, entfernte man in späteren Zeiten oder veränderte sie nach kriegerischen Handlungen. Die heutigen Bauten sind Zugaben der Spätgotik und der Renaissance.
Auch der Zwinger an der Nordseite mit der vorderen Toranlage und dem Fachwerkwehrgang wurde romantisiert. Der Toranlage fügte man unsachgemäße Zinnen hinzu; der Wehrgang ist erniedrigt.
Besondere Beachtung verdient die um 1475 erbaute Schlosskapelle "St. Anna" mit Netzgewölben von Caspar Kraft, dem späteren Ratsbaumeister in Halle und Schöpfer der Hallenser Marktkirche, und dem Altaraufsatz (1576) von Andreas Lorentz. Gegenüber steht die Neue Kemenate mit großem Wendelstein von Arnold von Westfalen.
Im Burghof befindet sich ein Brunnenhaus mit dem 53 m tiefen Brunnen. Den aus dem 12. Jahrhundert stammende Brunnen teufte 1470-75 der Freiberger Bergmeister Thorwenzel und seine Gehilfen von 31 m auf die heutige Tiefe ab. Das Brunnenhaus und das dazugehörige Räderwerk entstanden im 18. Jahrhundert.
Heute befindet sich im Schloss ein Museum mit geschmackvoll möblierten Barock-, Rokoko-, Empire- und Biedermeierzimmern. Der Besuch des Museums ist auch wegen der Exponate und der Präsentation zur Baugeschichte lohnenswert.
Historisches Sachsen - Das Portal für die Schlösser, Burgen und historischen Ruinen im Freistaat Sachsen - © by Heyko Dehn - www.historisches-sachsen.net
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| Bildergalerie |
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| Schloss Rochsburg |
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| Nordzwinger mit Wehrgang |
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