Beschreibung
Eine der ältesten Ansiedlungen im oberen Erzgebirge ist das kleine Städtchen Schlettau. Die tief in die Vergangenheit verwurzelte, wechselvolle Geschichte Schlettaus ist allgegenwärtig. Eine Postmeilensäule aus der Zeit des Kurfürstentums Sachsen im 18. Jahrhundert bekundet die wichtigen Verkehrswege, die durch die Stadt führten.
Stolzes Schmuckstück der Stadt ist jedoch das Schloss. Ursprünglich im 12. Jahrhundert als Wasserburg erbaut, schützte es bereits vor 800 Jahren die alte Salzstraße von Halle nach Böhmen. Durch die Stadt verläuft seit dem 15. Jahrhundert die Silberstraße, welche noch heute vom erworbenen Reichtum durch die Erzförderung zeugt. Alte Zeugnisse weisen auf Günther von Crimmitschau als Schlossherrn hin, der im 13. Jahrhundert die Besiedlung der Gegend unterstützte und nahe dem Schloss das Klösterlein St. Petri gestiftet haben soll, welches jedoch nicht lange bestand.
Das ursprüngliche Kastell wurde wohl vor 1200 errichtet. In einer zweiten Bauphase fügte man im 13. Jahrhundert einen Wohnturm hinzu und vervollständigte das Bauensemble im Laufe des 14. Jahrhunderts durch einen Palas, der mit dem Wohnturm durch einen Übergang verbunden war.
Als böhmische Passbefestigung und Grenzburg gegen die Mark Meißen besaß Burg Schlettau eine große Bedeutung. So verwundert es nicht, dass 1351 Kaiser Karl IV. zwei Adligen von Schönburg die Herrschaft Schlettau ausdrücklich als böhmisches erbliches Lehen bestätigte.
Von 1413 bis nach der Reformation gehörte das Schloss vorwiegend dem auch ökonomisch mächtigen Zisterzienserkloster Grünhain, dessen Abt Paulus Morgenstern es um 1500 zu einer spätgotischen Residenz umbauen ließ. Mit der Einführung der Reformation und der Auflösung des Klosters Grünhain 1536 ging der Besitz aber endgültig in das Kurfürstentum Sachsen über.
Von Anfang des 17. Jahrhunderts bis 1796 waren Schloss und Herrenhaus kurfürstlich sächsisches Jagdschloss und Oberforst- und Wildmeisterei, wofür es im barocken Stil umgebaut wurde. Die nachfolgenden Jahre diente Schloss Schlettau der industriellen Produktion. Nach einer Baumwollspinnerei restaurierte der Fabrikbesitzer Carl Naumann um 1900 das teilweise verfallene Schloss im neogotischen Stil und betrieb im Park eine Landmaschinenfabrik. Seit 1930 ist im Schloss ein Museum eingerichtet.
Das schöne Schloss und das benachbarte Herrenhaus liegen in einem romantischen Park, dessen alte Linden und Tannen sich in zwei Teichen spiegeln.
Das Kleinod des Schlosses ist der Rittersaal mit wertvoll geschnitzten Wandtäfelungen, schöner Balkendecke und geschmückten Türumrandungen zu Treppenturm und Altan. In der Posamentenwerkstatt im Herrenhaus werden neben vielen kunstvollen Posamenten die Arbeits- und Lebensbedingungen der erzgebirgischen Posamentierer im 19. Jahrhundert gezeigt.
Historisches Sachsen - Das Portal für die Schlösser, Burgen und historischen Ruinen im Freistaat Sachsen - © by Heyko Dehn - www.heykodehn.de
|
|
|
| Bildergalerie |
 |
|
 |
 | Wendelstein und Übergang |
|
 |
 | Schloss Schlettau von der Parkseite |
|