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Schönwölkau

Beschreibung


Nahe der alten Handels- und Messestadt Leipzig gibt es eine Reihe von Schlössern und Herrenhäusern. Auch das mehrfach umgestaltete Schloss Schönwölkau reiht sich in eine Aufzählung dieser wertvollen Bauobjekte ein. Dennoch fristet es ein trostloses Dasein und sieht einer ungewissen Zukunft entgegen.
Die Geschichte des Barockschlosses Schönwölkau, abseits der Bundesstraße 2 zwischen Leipzig und Bad Düben, geht zurück bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts. An der Stelle des heutigen Schlosses stand ursprünglich ein Rittergut, das 1464 die Herren von Spiegel zu Lehen erhielten. 1533 ist die Familie von Schönfeld als Besitzer nachgewiesen.


Barockschloss Schönwölkau

Nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg blieb das Rittergut lange ungenutzt. Schließlich erwarb 1659 der kursächsische Kammerherr, Rittmeister und Landeshauptmann in Bautzen, Christoph Vitzthum von Eckstädt, das Anwesen und ließ an der Stelle des alten zerstörten Rittergutes ein neues Herrenhaus errichten. Doch der Bau sollte nicht ohne Komplikationen erfolgen: Herzog Christian von Sachsen-Merseburg wandte sich gegen den Bau einer weiträumigen Vierflügelanlage, die einen festungsartigen Charakter besaß, und reichte am 10. Februar 1673 beim Kurfürsten Johann Georg II. Klage ein. Das verhängte Bauverbot wurde jedoch bald wieder zurückgezogen.
Umfassende Veränderungen mit aufwendigen hochbarocken Formen erhielt der Bau zu Beginn des 18. Jahrhunderts unter dem 1711 in den Reichsgrafenstand erhobenen Friedrich Vitzthum von Eckstädt.
Das weiträumige vierflügelige Schloss mit seinem quadratischen Grundriss besteht aus einem prächtigen dreigeschossigen Mitteltrakt, der sich gegenüber den bescheideneren Seitenflügeln deutlich hervorhebt. Auffallend sind am Südflügel die übereinanderliegenden ionischen Pilaster, die die Fensterachsen bilden. Ein Balkon mit steinerner Brüstung formt ein wohlgefälliges Aussehen.
Südlich des Schlosses schließt sich eine ausgedehnte und reizvolle Parkanlage in ursprünglich streng geometrischem Stil mit teilweise sehr alten Baumbeständen an. Durch drei große Hauptalleen und zwei Bogengänge bot sie einen landschaftlichen Bezug zum Schloss. Den Park anlegen ließ der damalige Schlossbesitzer Friedrich Vitzthum von Eckstädt (1675-1726), ein Kammerherr Augusts des Starken. Das heutige Aussehen der Anlage gleicht jedoch eher dem eines Landschaftsparks, der vor allem durch lange Lindenalleen sowie wunderschöne Altbäume beeindruckt.
Leider ist die Gegenwart des Schlosses trostlos. In der DDR für Wohnzwecke genutzt und wegen des beabsichtigten Braunkohleabbaus meist verschwiegen, wurde das Schloss 1997 an einen Investor verkauft, der in seinen Räumen ein Kulturzentrum einrichten wollte. Dennoch hat sich in den vergangenen Jahren wenig getan. Bis auf gelegentliche Veranstaltungen im großen Saal sowie seltene Konzerte und Gellert-Abende - der Dichter Christian Fürchtegott Gellert war häufig zu Gast - wird das Schloss kaum genutzt und verfällt zusehends. Es bleibt abzuwarten, wie sich die neuen Eigentümer zukünftig positionieren werden. Man kann nur hoffen, dass das sanierungswürdige Schloss vom Schicksal eines weiteren Verfalls oder gar der endgültigen Beseitigung verschont wird.

Touristische Informationen


   04509 Wölkau / Schönwökau, Schloss
 
Anfahrt  A 14 Ausfahrt Leipzig-Mitte, auf der B 2 ca. 13 km in Richtung Bad Düben fahren, dann rechts nach Wölkau abbiegen
Parken  kostenfreie Parkmöglichkeit am Schloss
Koordinaten  51° 29' 48'' N
12° 29' 42'' O
Eintritt  Schloss kann nicht besichtigt werden (sanierungsbedürftig)
Informationen  


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