Historisches Sachsen
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Beschreibung
Südlich von Meißen steht das Schloss Siebeneichen hoch über der Elbe am linken Ufer. Das Schicksal von Siebeneichen bestimmte über vier Jahrhunderte - von 1543 bis zur Bodenreform - eine Familie: die Familie von Miltitz. Der Name "Siebeneichen" stammt wahrscheinlich aus vorchristlicher Zeit und deutet auf eine Stätte germanischer Gerichtsbarkeit hin.
Schloss Siebeneichen errichtete Ernst von Miltitz, herzoglicher Hofmarschall, Oberhofmeister der Herzogin und Berater des Fürsten Ernst Moritz von Sachsen. Günstige Umstände ließen ihn in den Besitz des Anwesens kommen: Mit der Reformation im albertinischen Sachsen zog der Staat die Besitzungen der Klöster ein. Ernst von Miltitz nutzte dies aus und erwarb 1543 aus dem Besitztum des Meißner Zisterzienserinnenklosters "Zum Heiligen Kreuz" das Dorf und Freigut Bockwen und das dazugehörige Vorwerk Siebeneichen. Obwohl Ernst von Miltitz gerade erst sein Schloss in Batzdorf umgebaut hatte, entschloss er sich, aus Siebeneichen einen repräsentativen Herrschaftssitz zu machen. Auf dem Felsvorsprung errichtete er 1553 einen mit zwei Türmen versehenen Schlossflügel, dem ein kleiner Schlosshof vorgelagert war.
Das Schloss, ursprünglich im Stil der Renaissance errichtet, blieb bis zum Umbau von 1748 eine wuchtige Anlage mit Treppentürmen und massivem Mauerwerk, Sandsteinverzierungen an den Fenstern und Wendeltreppen im Innern, die heute noch im Hinterschloss erhalten sind. 1745-48 gestaltete der Schlossherr das Gebäude nach einem Brand dem Zeitgeschmack entsprechend barock um. Über dem älteren, durch Brand beschädigten Schlosshof errichtete Heinrich Gottlob von Miltitz eine Dreiflügelanlage, die zusammen mit dem alten Schloss einen Innenhof umfasst. Die Türme wurden teilweise abgetragen und die Fassaden des Palas verloren ihre Renaissancegiebel.
Schloss Siebeneichen war bis zur Bodenreform 1945 im Besitz der Familie von Miltitz. Danach schlossen sich der Gründung eines naturkundlichen Museums verschiedene Verwendungen als Kreisverwaltungsschule, Landesvolkshochschule Sachsen, Zentrale Schule für kulturelle Aufklärung und Schule für Klub- und Kulturhausleiter an. Heute ist Schloss Siebeneichen Fortbildungs- und Tagungszentrum des Sächsisches Bildungsinstituts. Auf dem Schlosshof befinden sich zahlreiche Grabdenkmäler des 16. und 17. Jahrhunderts.
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Schloss Siebeneichen
Schloss Siebeneichen
Eingangsbereich im Westflügel
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Stand: 01.11.2009