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Tour 10 - Durch das Osterzgebirge Das Osterzgebirge ist eine alte Bergbaugegend, in der Museen und Schaubergwerke die Tradition wach halten. Typisch für den östlichen Teil des Erzgebirges sind kleine Städte und lang gestreckte Waldhufendörfer in den Tälern. Schloss Kuckuckstein Die Tour beginnen wir am Schloss Kuckuckstein in dem malerischen Ort Liebstadt, dessen mittelalterlicher Stadtkern sich auf einer kleinen Fläche drängt. Parkmöglichkeiten befinden sich an der Auffahrt zum Schloss.
Schon seit dem frühen Mittelalter existierten Pässe vom Elbtal über die Höhen des Osterzgebirges hinab in den Teplitzer Raum. Einer führte durch das Tal der Seidewitz über Liebstadt. Die Feste Liebstadt sollte den Weg von Reisenden und Händlern gegen Räuber und Raubritter absichern.
Schloss Kuckuckstein Ihnen folgten Angehörige verschiedener - zum Teil auch bürgerlicher - Familien. 1774 erwarb die Familie von Carlowitz für 150 Jahre die Burg, die sich seit dem Ende des 18. Jahrhunderts "Schloss Kuckuckstein" nennt. Hans Georg und Carl Adolf von Carlowitz gestalteten die Burg 1798-1851 weitgehend um. Um 1800 wurde die Anlage zunächst im romantischen Stil als Burg ergänzt, dann - in den Besitz eines Industriellen geraten - zu einer Art Märchenburg umgebaut. 1945 ging das Anwesen in Volkseigentum über. Es erfuhr verschiedene Nutzungen, bis 1954 in den Mauern ein Heimatmuseum eröffnete. In der im Wesentlichen spätgotischen Burganlage warten u.a. ein Rittersaal und das Jagdzimmer auf Besucher. Das Napoleon-Zimmer hat seinen Namen dem Aufenthalt des berühmten Franzosen am 9. September 1813 zu verdanken. Die um 1800 eingerichtete Freimaurerloge des einstigen Schlossbesitzers Carlowitz informiert über die Bewegung der Freimaurer, der nur Männer angehören durften und deren Ziele humanes Verhalten und Toleranz bestimmten. Vergleicht man das Schloss Kuckuckstein mit anderen sächsischen Schlösser und Burgen, so gehört Kuckuckstein zu den kleinsten Anlagen im sächsischen Raum. Die Breite der Schlossanlage beträgt insgesamt gerade 41,5 m. Dennoch sind in den Kellern beeindruckende Mauerstärken von 2,50 m bis 3,50 m vorhanden. Wahrzeichen von Liebstadt ist das Kleeblattwappen, das 1774 erschien, als die Familie von Carlowitz die Herrschaft übernahm. Dieses Zeichen der weitverbreiteten Familie ist noch heute in vielen Orten der sächsischen Landschaft zu finden. Schloss Weesenstein Vom Schloss Kuckuckstein begeben wir uns etwa acht Kilometer weiter in Richtung Pirna und erreichen dort das imposante Schloss Weesenstein. Kostenpflichtige Parkplätze sind im Ortsbereich in ausreichender Anzahl vorhanden.
Schloss Weesenstein gehört zu den Perlen der sächsischen Burg- und Schlossanlagen. Das Fundament aus funkelndem, milchweißem Quarz gab dem Schloss einst seinen Namen: Weisinstein.
Die Mehrflügelanlage des Schloss Weesenstein prägen Baustile von der Gotik bis zum Klassizismus. Der älteste Teil des Schlosses ist der um 1300 entstandene Rundturm mit der im 18. Jahrhundert aufgesetzten barocken Haube. Das wappengeschmückte Hauptportal, das zu den kostbarsten Werken der Renaissance in Sachsen gehört, trägt die Jahreszahl 1575. Da auf dem Felsplateau nicht alle Räumlichkeiten Platz fanden, baute man das Anwesen den Abhang hinab aus, so dass sich die jüngsten Teile der acht Etagen unten befinden. Deshalb liegt der ehemalige Pferdestall höher als die Wohngemächer und der barocke Festsaal. In den durch Treppen, Gänge und Korridore miteinander verbundenen Bauteilen fällt die Orientierung schwer. Die Innenräume sind jedoch prächtig ausgestattet. Von den 200 Räumen des Schlosses sind 35 für die Besucher zugänglich. Hauptsehenswürdigkeiten des Schlosses sind die kostbaren Ledertapeten aus dem frühen 18. Jahrhundert und die reich stuckierte Decke im Festsaal. Die Schlosskapelle (1738-41) entstand nach Plänen von Johann Georg Schmidt, der nach dem Tod von Georg Bähr die Frauenkirche in Dresden vollendet hatte. Die Innenausstattung, u.a. ein prächtiger Kanzelaltar, ist das Werk einheimischer Künstler und Handwerker: die hölzernen Altarfiguren schuf der Permoser-Schüler Benjamin Thomae, die Orgel der Silbermann-Schüler Johann Tobias Dressel. Im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts ersetzten die Freiherren von Uckermann die hölzerne Brücke durch einen Steinbau. Sehenswert ist auch der 1781 von Johann Georg Schmidt im französischen Stil angelegte Schlosspark. Sein Zugang erfolgt an der Südseite der Schlossanlage durch den sogenannten Wintergarten mit einer klassizistischen Architektur. Barockgarten Großsedlitz Die Tour erreicht ihren Höhepunkt in der herrlichen Parkanlage von Großsedlitz. Das Auto lässt sich bequem auf dem kostenpflichtigen Parkplatz direkt am Eingang abstellen.
Viel ist über die Baukunst des Barocks bereits geschrieben worden. Unvergleichliche Beispiele sind der Nachwelt - gerade in Dresden - erhalten geblieben. Der Barock spiegelt Macht und Pracht, Herrlichkeit und Lebensfreude wider. Ihren stärksten Ausdruck fand die Barockkunst in der Architektur. Schwingende Formen und reicher ornamentaler Schmuck rufen heute noch beim Betrachter den Eindruck von Kraft und Bewegung hervor. Der Barock ist die Kunstform des Absolutismus im 17. und 18. Jahrhundert.
Barockgarten Großsedlitz Der sächsische Kurfürst hatte ein zweites Versailles vor Augen und plante tiefgreifende Veränderungen, mit deren Ausarbeitung er Longuelune, Knöffel und Pöppelmann beauftragte. Doch auch er musste vor den Geldproblemen kapitulieren. Die Garten- und Schlossanlage blieb unvollendet. Dennoch verdient das, was die Baumeister schufen, Anerkennung. Die natürliche Geländesituation nutzend, gliedern drei nach Süden gerichtete Achsen die Parkanlage. Im oberen Gartenteil verläuft eine Querachse vom Friedrichschlösschen nach Osten. Von der Oberen Orangerie hat man auch einen besonders beeindruckenden Blick auf das untere Gartenparterre und das Heckenboskett mit verschiedenen Sandsteinfiguren. Kennzeichnend für den Park ist die meisterhafte Ausnutzung der Höhenunterschiede durch zahlreiche Freitreppen, Terrassenanlagen und das untere Orangeriegebäude. Den Höhepunkt bildet die mit musizierenden Putten geschmückte "Stille Musik", ein von geschwungenen Treppen gerahmtes Fontänebecken. Dahinter zieht sich eine bewaldete Fläche den Hang hinauf. Wo einst die "große Gesellschaft" feierte und lustwandelte, bietet sich dem Besucher heute Schönheit in Ruhe und Entspannung. Heitere, sonnendurchflutete Gartenräume wechseln mit schattigen, lauschigen Plätzen. Der schönste "Festsaal im Grünen", das Untere Orangerieparterre, welches durch zwei kanalartige Wasserbecken geteilt wird, ist in den Sommermonaten mit Orangenbäumchen aus der Toskana geschmückt. Parkbänke laden zum Verweilen ein. Ein für die damalige Zeit beachtliches "Wasserwerk" mit Pumpen und Hebemaschinen versorgte die zahlreichen Fontänen und Kaskaden aus der nahe gelegenen Müglitz. Bildhauerarbeiten in hoher künstlerischer Vollendung, teilweise aus der Permoser-Schule, vervollständigen das Ensemble. Von den einst 360 Sandsteinskulpturen haben sich 52 erhalten. Darüber hinaus versetzte man 1960 das Tor und zwei Delfinbrunnen vom Hof des Dresdner Landhauses nach Großsedlitz und gestaltete damit den repräsentativen Eingang zum Park. |
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