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Dresden / Übigau Beschreibung Venedig, die Lagunenstadt in Norditalien hat auf der ganzen Welt einen klangvollen Namen. Auch August der Starke träumte von Venedig und einem deutschen "Canal Grande", bei dem schwimmende Gondeln eine venezianische Stimmung vermitteln sollten. Doch sein Canal Grande war die Elbe, die sich quer durch die Stadt Dresden zwängt. Wie bei seinem Vorbild sollten prächtige Paläste den Flusslauf säumen. Dabei bildete die zweiflügelige Treppe des Schlosses Übigau nach dem Schloss Pillnitz und dem Japanischen Palais eine dritte Anlegestelle für Gondeln des Hofes.
Schloss Übigau Das zweigeschossige barocke Schloss am rechten Elbufer erbaute 1724-26 Johann Friedrich Eosander von Göthe für den sächsischen Kabinettsminister Jacob Heinrich von Flemming (1667-1728). Fleming, ein wohlhabender und für seine prunkvolle Hofhaltung bekannter Mann, wählte den Platz für die Errichtung seines repräsentativen Sommerwohnsitzes.Noch während der Bauarbeiten interessierte sich Friedrich August I. für das Schloss und erwarb es unmittelbar nach seiner Fertigstellung. Die barocke Gartenanlage wurde erweitert und für glanzvolle Feste genutzt. Die Anlage besaß einen reich geschmückten französischen Park mit zwei Torhäusern zur Landseite, vier Pavillons, Wirtschaftsflügel, Orangerie und Springbrunnen. Bemerkenswert sind die elbseitigen Arkadenreihen in den beiden Geschossen, die einen Bezug zur italienischen Architektur der Hochrenaissance erkennen lassen. Das relativ kleine Gebäude verfügt lediglich über vier Zimmer auf jeder Etage und war nicht zum Wohnen gedacht. Es sollte für repräsentative Anlässe und Festlichkeiten dienen.
Mars und Herkules mit dem sächsisch-polnischen Wappen Später überließ Friedrich August II. das Schloss dem Grafen Sulkowski, einem Rivalen von Graf Brühl. Doch nachdem dieser in Ungnade fiel, ging der Besitz wieder zurück an den königlichen Hof. Der Prinz des Königshauses nutzte Schloss Übigau bis zum Ende des 18. Jahrhunderts oft als Ausgangspunkt für Jagden in die benachbarte Heide. Bald darauf richteten die Hofgärtner im Schloss einen Gasthof ein, der zu einem beliebten Ausflugsziel der Dresdner avancierte. Nach der Einquartierung napoleonischer Truppen 1813 wurde das Schloss mehrfach geplündert und verfiel.Mit der Versteigerung des Besitzes 1831 an den Amtszimmermeister Siemen begann eine neue Zeit. Das Schloss diente als Verwaltungsgebäude, später auch einer Dampfmühle, einer Branntwein- und einer Papierfabrik als Unterkunft. Seit August 1999 befindet sich das Schloss im Privatbesitz eines Unternehmers, der bis zum heutigen Tag jedoch keine nennenswerten Investitionen getätigt hat. Im Juni 2005 gründete sich die "Bürgerinitiative Schloss Übigau", die sich bis Dezember 2009 für den Erhalt des Schlosses eingesetzte. 2008 eröffnete im Garten des Schlosses eine Sommerwirtschaft und auch der Investor will 2009 - nach 10 Jahren - sein Konzept umsetzen. Eine Rettung des Schlosses scheint also noch möglich zu sein. Touristische Informationen
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