Das Fürstenhaus der Wettiner gehört zu den ältesten deutschen Fürstengeschlechtern. Die Wettiner stellten Markgrafen, Kurfürsten und Könige und regierten das Gebiet des heutigen Sachsens, Teile Thüringens und der Lausitz für mehr als 800 Jahre.
Das Grafengeschlecht erhielt seinen Namen nach der Burg Wettin an der Saale. Als ihr erster Ahnherr gilt heute der um 875 aufgetretene Friedrich, Graf im Harzgau (zwischen Halberstadt und Goslar). Erstmals bezeichnete sich 1071 Thimo von Kistritz nach seiner Stammburg als Graf von Wettin. Seit dem 10. Jahrhundert besaß das Grafengeschlecht größere Güter um Wettin, Zörbig, Brehna und Eilenburg, was um 1000 ihr neuer Mittelpunkt wurde. Mit Heinrich I. von Eilenburg wurde 1089 erstmals ein Wettiner Markgraf von Meißen.
Als Begründer der wettinischen Staaten gilt Markgraf Konrad, mit dessen Besitzergreifung 1123/24 die Entwicklung der wettinischen Landesherrschaft im meißnisch-sächsischen Raum begann. Als zweiter Sohn des Grafen Thimo II., des Jüngeren, von Wettin und der Tochter des Bayrischen Herzogs Otto von Nordheim, Ida, wurde er 1098 geboren. Zusammen mit seinem älteren Bruder, Dedo IV., besaß er den Burgwardbereich Wettin, wo er als edelfreier kleiner Feudalherr seine Jugend verbrachte. Sein Aufstieg zu einen der bedeutendsten Feudalherren begann, als er 1116 von seinem kinderlos verstorbenen Vetter Dietrich die Grafschaft Brehna erbte. 1119 heiratete er Luitgard, die Tochter des Grafen Albrecht von Ravensburg, mit der er 12 Kinder hatte. Konrad erreichte 1127, dass die Markgrafenwürde den Wettinern als erblich zufiel.
Die Wettiner gingen mit ihrer über 800jährigen Regierungszeit als das am längsten herrschende Fürstengeschlecht in die deutsche Geschichte ein. Im Laufe dieser langen Zeitspanne gab es viele hochbegabte aber auch weniger geeignete Fürsten, die das ihnen anvertraute Land leiteten.
Im Jahre 1423 erwarben die Wettiner den Wittenberger Kurkreis, damit die sächsische Kurwürde und stiegen in die Reihe der ranghöchsten Fürsten auf, denen das Recht zur Kaiserwahl zustand.
Nach der "Sächsischen Teilung" von 1485 in Leipzig gab es mit dem ernestinischen Kurfürstentum Sachsen (mit den Hauptorten Wittenberg, Torgau und Weimar) sowie dem albertinischen Herzogtum Sachsen (mit den bedeutenden Städten Meißen und Leipzig) zwei von Wettinern beherrschte Staatsgebilde.
Mit der Niederlage Kursachsens im Schmalkaldischen Krieg (1547) ging die Kurwürde an das bisherige Herzogtum über, das auch den größten Teil des Wittenberger Fürstentums annektierte. Die Ernestiner behielten lediglich noch kleinere Gebiete im heutigen Thüringen, die sich bald in zahlreiche noch kleinere Herrschaften aufsplitterten. Aus ihnen gingen später die Könige von Belgien (seit 1831) und Bulgarien (1908–1946) hervor. Die albertinische Linie regierte als Könige von Polen (1697–1763) und Sachsen (1806–1918).
Nachdem im 16. Jahrhundert der Landesausbau im Wesentlichen vollendet war, gab es kaum noch kriegerische Ausdehnungsbestrebungen. Bis zum Sturz der Monarchie im Jahre 1918 spielten die Wettiner in der sächsischen Landesgeschichte eine führende Rolle und prägten nachhaltig Wirtschaft, Kultur und Kunst.