Beschreibung
Auf der parallel zur Elbe verlaufenden Bundesstraße 6 von Dresden nach Meißen kommt man in Gauernitz geradewegs auf ein großes Schloss zu.
Eine erste Erwähnung des Schlosses Gauernitz stammt bereits aus dem 14. Jahrhundert, offenbar im Zusammenhang mit dem Scharfenberger Silberbergbau. Gauernitz gehörte seit dieser Zeit der Familie Ziegler von Klipphausen. Über ältere Bauteile errichtete Balthasar Ziegler das heutige Schloss, ein turmartiges zweigeschossiges Wohnhaus mit Satteldach.
Nach mehreren Eigentümerwechseln ging 1819 der Besitz an das fürstliche Haus Schönburg-Waldenburg über. Dieses ließ das Schloss zwischen 1862 und 1870 von den beiden Architekten Bernhard Schreiber und Ernst Giese im Stile der deutschen Neorenaissance unter Einbeziehung des älteren "Hohen Hauses" umbauen. Das Schloss wurde vergrößert und mit reich gegliederten Giebeln und Erkern ausgestattet. Um ein architektonisches Gegengewicht zum "Hohen Haus" zu schaffen, verzierte man den Kopfbau des Seitenflügels ebenfalls mit aufwändigen Schmuckgiebeln und einem Erker.
Nach der Enteignung richtete man im Schloss Gauernitz Wohnungen ein und brachte einen Kindergarten, die Schule und die Gemeindeverwaltung unter. 2003 verkaufte die Gemeinde das sanierungsbedürftige Haus in Privatbesitz.
Das architektonisch bedeutende Landschloss besteht aus drei Flügeln, dessen größter der Westflügel ist. An ihn schließt sich der Nordflügel an, der vom ältesten Gebäudeteil, dem "Hohen Haus" aus dem 16. Jahrhundert begrenzt wird. Im Süden des Haupthauses endet ein Seitenflügel in einem gegliederten Schmuckgiebel. An einer Ecke weist er einen verzierten zweietagigen Erker auf. Ein großes Treppenhaus im Hauptflügel führt zu den herrschaftlichen Räumen im Obergeschoss.
Historisches Sachsen - Das Portal für die Schlösser, Burgen und historischen Ruinen im Freistaat Sachsen - © by Heyko Dehn - www.historisches-sachsen.net
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