Historisches Sachsen
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Beschreibung
Gaußig hat eine lange Geschichte. Das kleine Dorf, 10 Kilometer südwestlich von Bautzen, war bereits 1245 Rittersitz; vermutlich mit einer Wasserburg. Das Schloss, 1548 errichtet, wurde 1700 und nochmals 1770 völlig umgebaut sowie 1800 von Christian Friedrich Schuricht im Palladianischen Klassizismus stark verändert. Es ist ein breitgelagerter zweigeschossiger Bau mit einer mehrfach unterteilten Eingangsfront. Vorgezogene und zurückgesetzte Fassadenabschnitte wechseln sich ab. Der Haupteingang befindet sich in einem hervortretenden Mitteltrakt. Der eigentlich zweigeschossige Bau erhielt um 1870 ein Mansarddach. In der 1894 angebauten neoromanischen Schlosskapelle steht ein gotischer Flügelaltar aus dem Jahre 1480.
Die Innenräume, die Eingangshalle und der Gartensaal sind besonders reizvoll. Man betritt das Schloss über das Untere Vestibül, welches als Säulenhalle angelegt ist. Ein kreisrunder Ausschnitt erlaubt den Blick in das Obergeschoss. Im anschließenden Gartensaal mit seinen Hermenpilastern und Bemalungen spiegeln sich die Gartenfenster. Das Obere Vestibül ist als saalartiger Raum geschaffen. An seinen Wänden hängen zwei großformatige Landschaftsbilder. Der Schlossherr besaß neben einer schönen Bibliothek einst auch eine kleine, aber ausgewählte Gemäldesammlung, die zu den wertvollsten der Lausitz gehörte.
Schloss Gaußig war in den Händen zahlreicher bekannter adliger Herren. Der Ersterwähnung, vermutlich einer Wasserburg des Reinhardus de Guzich, folgten vom 15. bis zum 17. Jahrhundert die Herren von Haugwitz. 1696 wurde General Rudolph von Neitschütz mit Gaußig belehnt. Er und seine Gemahlin Ursula Margarethe, geborene von Haugwitz, ließen das Schloss im barocken Stil völlig umbauen. Das Schloss war anschließend kurze Zeit im Besitz des sächsischen Premierministers Heinrich Graf Brühl. Ihm ist der französischer Garten zu verdanken. Nach kurzer Zeit folgte der russische Gesandte am sächsischen Hof, Hermann Carl Graf von Keyserlingk, als neuer Besitzer. Nach seinem Tod erhielten 1766 Graf Peter von Riaucour und dessen Sohn Andreas das Anwesen. Da der Graf jedoch keinen männlichen Erben hatte, ging der Besitz 1794 an seine älteste Tochter Henriette über, die mit Carl Theodor von Schall zu Bell verheiratet war. Seit dem führt die Familie den Namen Schall-Riaucour. Das Schloss bewirtschaftete die Familie Schall-Riaucour bis zur Bodenreform. Ab 1950 bis 1992 nutzte die Technische Universität Dresden den gesamten Komplex als Tagungsstätte und Ferienheim. Seit 2005 ist Schloss Gaußig privatisiert.
Der angrenzende ca. 30 ha große Schlosspark ist der schönste Landschaftspark in der Gegend. Angelegt wurde er ursprünglich um 1750 als französischer Garten von Johann Christoph Knöffel, dann aber um 1800 von Christian Friedrich Schuricht im englischen Stil umgestaltet. Er ist besonders attraktiv durch die umfangreichen Rhododendren- und Azaleenbestände. Bemerkenswert sind auch die reichen Laub- und Nadelhölzer. Zwei Gartenpavillons fügten sich harmonisch in die Gesamtanlage ein.
Das Schloss befindet sich in Privatbesitz und kann nur auf Anmeldung besichtigt werden. Der Schlosspark ist den Besuchern teilweise zugänglich.
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Bildergalerie
Schloss Gaußig
Gartensaal
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Stand: 01.11.2009